Liebe Besucher
Viele Anleger stellen sich angesichts immer neuer Allzeithochs, bei teilweise gleichzeitig überkauften Kursen die Frage“ weshalb können die Kurse immer weiter ansteigen?“
Diese Frage versuche ich in diesem Beitrag etwas zu beleuchten, auch wenn ich nicht den Anspruch habe, dass alle Ursachen und Möglichkeiten komplett und ausführlich behandelt werden.

Jahreschart Nvidia Stand KW09-2024
Mehrere Faktoren
Es gibt wie immer, mehrere Faktoren die zusammenwirken, zum Beispiel:
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- Fomo, die Angst etwas zu verpassen
- Gier, negative Charaktereigenschaft, die gute Trader im Griff haben MÜSSEN!
- Lemminge, mit wenig Ahnung zum Aktienmarkt, die einfach jede social Media Beitrag glauben und hinterherrennen (ähnlich wie FOMO)
Diese 3 Punkte lohnt es sich kaum zu betrachten, denn diese liegen ausschließlich in der Hand der jeweiligen Person, die aus diesen Fehlern lernen sollte oder eben ihr Geld verliert (Ursache & Wirkung = Karma)
Aber es gibt auch ganz normale Anleger bedingte Ursachen, wie :
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- Wertpapier- / Fonds– und ETF -Sparer
- Trendfolge Trader
- Daytrader in niederen Zeiteinheiten
Diese 3 Punkte sind schon deutlich interessanter und ich betrachte diese etwas näher.
Wertpapier- / Fonds- und ETF -Sparer
Es gibt millionen Wertpapier- / (passive) Fonds- und ETF -Sparer, die in unterschiedlichen Zeitintervallen (wöchentlich, ein- oder mehrmals monatlich oder im Quartal) ihr Cash in Sparplänen anlegen. Das tun sie (hoffentlich) beständig und andauernd.![]()
Das Problem ist dabei, dass dieses Geld auf „Gedeih und Verderb“ angelegt wird, Zu Tiefstständen genauso wie zu Höchstständen, wobei man als Anleger im Tief mehr Anteile bekommet, wie auf den Hochs (cost average Effekt), doch das spielt bei unserem Thema keine Rolle.
Es fließen also Millionen an Geldern in diese Anlageformen und der Verwalter muss, ob er will oder nicht, die Gelder anlegen, auch in die teuersten Werte, sofern diese im Anlagebereich enthalten sind.
Das treibt natürlich den Markt auf ungeahnte Höhen, birgt aber auch das Risiko, dass viele dieser Anleger bei einer Korrektur, gleichzeitig die Gelder abrufen.
Auch dann muss der Verwalter „sehenden Auges“ die Anteile auf den Markt werfen, auch wenn das einen gewaltigen Kursrutsch auslösen könnte.![]()
Trendfolge Trader
Hier ist es etwas einfacher, denn die Trendfolger folgen, wie der Name schon sagt, einfach dem Trend, oft in beide Richtungen, also nach oben und nach unten, je nachdem welcher gerade läuft.
Dabei benutzen sie entsprechende Trendfolge Indikatoren, die sie bei einem Trendwechsel am Markt, entweder einfach aussteigen lassen, wenn sie z.B. nur Long oder nur Short traden oder sie wechseln in die Gegenrichtung. Also von Long auf Short und umgekehrt, je nachdem wie der Trend sich zeigt.
Man kann sich recht gut vorstellen, wie sich dieses Umschichten von Geldern, von Long auf Short, verstärkt im Markt – Momentum auswirken kann.
Kippt ein Trend, sorgen also auch die Trendfolge-Trader unter Umständen für eine entsprechende Dynamik.
Daytrader (in niederen Zeiteinheiten)
Jetzt kommen wir zu einer Besonderheit, welche die wenigsten auf dem Schirm haben und das sind die Daytrader, die hauptsächlich in niederen Zeiteinheiten, beginnend vom Hochgeschwindigkeitshandel in Sekunden, über 1, 5, 10, 15, 30 Minuten bis zu 1 und 4 Stunden Taktzeit handeln.
Hier werden jeden Tag Unmengen an Cash eingesetzt und wieder abgezogen. Im Vergleich zu Swing-Tradern schließen die Daytrader allerdings ihre Positionen jeden Tag wieder.
Da sich die Daytrader der niederen Zeiteinheiten, meist ausschließlich auf ihre kurzfristigen Algorithmen und Einstiegsmuster verlassen, interessiert sie das Geschehen drumherum, wenig, bis gar nicht.
Wenn ein Daytrader morgens seinen Account betritt, ist es ihm ziemlich egal, ob Nvidia gerade das 100. Allzeithoch hingelegt hat, denn er schaut ausschließlich auf seinen Zeitrahmen und vielleicht 1-2 Zeitrahmen darüber.
Tradet er z.B. bevorzugt im 5 Minuten-Zeitfenster, dann achtet er in der Regel auch auf den 10 und 15 Minuten Rahmen, so wie ich z.B. bei meinen Entscheidungen innerhalb der Tageskerzen, immer auch die Wochen- und Monatszeiträume in Betracht ziehe, da diese eine höhere Treffsicherheit versprechen, aber das nur am Rande.![]()
Diese Daytrader schauen also nahezu isoliert von der „Außenwelt“ auf ihre kurzfristigen Trades und versuchen damit Gewinne zu erzielen, völlig egal ob die Kurse am Allzeithoch oder Allzeittief liegen, Hauptsache sie finden anhand ihres Algorithmus einen Einstieg. (Das ist natürlich etwas pauschaliert ausgedrückt)
Solange der Trend im Zeitrahmen aufwärts zeigt, handeln sie also, völlig unabhängig von der Höhe des Kurses und unabhängig von einem bereits heiß gelaufenen Wert, aufwärts und befeuern so die Märkte und das zum Teil innerhalb weniger Minuten.
Die anderen, weiter oben genannten Trader, sehen natürlich diese Trades im Einzelnen nicht, aber im Gesamten als Auswirkung im Kurs schon und alle gemeinsam schieben den Trend weiter an, auch weit in überhitze Zonen hinein.
Und dann?
Haben sich die BigPlayer (Smart Money) für die Gegenrichtung entschieden, werden diese schließlich bei einer passenden Gelegenheit versuchen, sozusagen den Stecker zu ziehen, indem ein Ereignis herbeigeführt wird (z.B. eine charttechnische Situation) mit dem man den Markt kippen kann um einen Rücksetzer oder eine Korrektur auszulösen, damit eigene Liquidität wieder eingesetzt werden kann.
Das bedeutet nichts anderes , als dass die Trendfolger und die Daytrader manipulativ dazu bewogen werden sollen, entweder auszusteigen oder die Trendrichtung zu ändern.
Die FOMO belasteten Anleger knicken dann in der Regel sofort ein, während die Gierigen zu Angsthasen mutieren und die Lemminge , wie schon immer der Masse folgen und schon haben wir eine schöne Korrektur.
Sollten dann auch noch die Wertpapier-, Fonds- und ETF-Sparer ihre sinnvolle Strategie des Buy & Hold aufgeben, könnte gar ein Crash ausgelöst werden, in dem die Wertpapiere ihre Besitzer wechseln und sich die BigPlayer die Taschen füllen.
Wenn man das Spiel durchschaut hat, spielt man es auf der richtigen Seite mit, benötigt aber eine gewisse Geduld, Disziplin und vorausschauendes Handeln, denn solche Szenarien erfolgen nicht über Nacht, es sei denn es wird ein Black Swan „geboren“.
So oder ähnlich beobachte ich das bereits seit Jahrzehnten an der Börse.
Anmerkung
Noch eine Anmerkung zum Schluss. Dieser Abriss beinhaltet natürlich nur eine relativ grobe Übersicht zu den enthaltenen Sparten und Themen, erklärt aber nach meinem Dafürhalten relativ verständlich, um was es in der Sache geht.
Würde ich mehr in die Tiefe gehen, müsste ich ein 300 Seiten dickes Buch schreiben, was ich vielleicht eines Tages noch machen werden, man weiß ja nie.![]()
Ich hoffe die Frage wurde für Dich einigermaßen beantwortet und trägt dazu bei, dass Du ein noch besserer Anleger, vor allem mit Weitsicht, werden kannst.
In diesem Sinne, viel Erfolg und eine gute Zeit
JoTrader 
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