Haben Quantencomputer noch Potenzial?
Nach dem massiven Hype nach den Börsengängen diverser Konzerne, die sich mit Quantencomputing beschäftigen, ist wieder Ruhe eingekehrt und viele Anleger die gierig auf den Hype aufgesprungen sind, haben sich die Finger verbrannt.
In den Beitrag füge ich verschiedene Chart von bekannten Quanten Unternehmen ein.

IonQ hat vom Hoch etwa 50% verloren.
Nach dem Hype vergessen?
Es scheint, dass momentan die wenigsten diesen Bereich im Blick haben, während einige sich für eine große Zukunft positionieren.
Während Retail-Trader gerne „Buy High-Sell Low“ spielen, gehen die Frontrunner unter den Anlegern einen anderen Weg und beobachten den Niedergang solcher Hype-Werte, besonders wenn wir einen typischen Verlauf nach den IPO´s sehen.
Vom Startup zum IPO
Business Angels, also private Investoren, die oft in einer sehr frühen Phase (Seed-Phase) eigenes Geld und Know-How in solche Startups einbringen, steigen oft während der Übertreibung aus dem IPO Hype und aus den nach oben schießenden Kurse aus und verhundertfachen oftmals ihren Einsatz, sofern sich das Startup in ein Unicorn verwandelt, also mit > 1 Mrd. bewertet wird.
Darunter sind auch auf Venture Capital Gesellschaften / Fonds, also Institutionelle Anleger, die Gelder von Dritten verwalten und in Wachstumsphasen investieren, um ebenfalls in den Hype hinein Kasse zu machen.
Eine weitere Gruppe sind die Inkubatoren / Acceleratoren, das sind Organisationen, die Startups in der frühesten Gründungsphase unterstützen, oft mit kleineren Kapitalspritzen und bereitgestellter Infrastruktur, die ebenfalls den Hype nutzen, um richtig fette Gewinne einzustreichen.
Als letzte Gruppe sind da noch die strategischen Investoren (Corporate VC), das sind etablierte Unternehmen, die in Startups investieren, um Zugang zu Innovationen zu erhalten.
Die Namen kennt jeder: Alphabet, Amazon, Apple, IBM, Microsoft und Nvidia usw. Diese behalten ihre Anteile eher im Bestand, weil es ihnen hauptsächlich um die Innovationen (Patente) solcher Startups geht. Manchmal übernehmen sie diese sogar nach dem IPO Hype, sofern die Innovationen so bahnbrechend sind, dass sie selbst daraus Milliardengewinne generieren könnten. Bevor also ein anderer zugreift, schnappt man selbst zu und versucht das im eigenen System anzuwenden.

D-Wave Quantum knapp 60% unter dem Hype-Hoch
Haben die Quantencomputer Zukunftspotenzial?
Ich denke schon, Quantencomputer haben sogar ein enormes Zukunftspotenzial und gelten als Schlüsseltechnologie für komplexe Probleme in Medizin, Logistik und KI. Experten erwarten bis 2035 ein Umsatzwachstum auf bis zu 72 Milliarden US-Dollar.
Trotz hoher Investitionen von Tech-Giganten (Google, IBM) steht die Technologie noch am Anfang, mit praktischen Anwendungen in der Breite, die noch 10–20 Jahre entfernt sind.
Wichtige Punkte zur Zukunft des Quantencomputings
Technologie & Potenzial: Quantencomputer nutzen Qubits, die gleichzeitig 0 und 1 sein können, was parallele Berechnungen statt sequenzieller Abläufe ermöglicht.
Aktuelle Quantencomputer (wie Googles „Willow“ oder der chinesische „Zuchongzhi-3„) haben in spezialisierten Experimenten gezeigt, dass sie Aufgaben 13.000 bis zu 1 Million Mal schneller erledigen als die weltweit leistungsfähigsten Supercomputer.
Beispiele für Überlegenheit: Ein führender Quantencomputer konnte eine komplexe Aufgabe in 200 Sekunden lösen, für die der schnellste Supercomputer der Welt (Stand 2020) laut Schätzungen 10.000 Jahre benötigt hätte. Deshalb sprechen die Forscher von Quantenüberlegenheit.
Anwendungsgebiete: Revolutionierung der Materialforschung (Medizin), Optimierung logistischer Routen, effizienteres KI-Training und sicherere Kommunikation (Kryptologie). Man fürchtet sogar, dass der Bitcoin Algorithmus durch Quantencomputer geknackt werden könnte. Forscher sprechen von „Quantenüberlegenheit“ (Quantum Supremacy), wenn ein Quantencomputer eine Aufgabe löst, die für herkömmliche Rechner praktisch unmöglich ist. Dieser Punkt wurde für spezielle Probleme bereits erreicht.
Eine große Herausforderung dabei ist, dass Qubits extrem niedrige Temperaturen (nahe \(-270^{\circ }\) Celsius) erfordern, was die Infrastruktur aufwändig und teuer macht.
Marktentwicklung: Es wird eher eine fragmentierte Landschaft spezialisierter Quantenmaschinen erwartet, statt eines direkten Ersatzes für herkömmliche PCs.
Investitionen: Große Akteure wie Alphabet Inc. (Google), IBM und Amazon investieren massiv, wobei der Markt oft über spezialisierte Indizes abgebildet wird.
Die Technologie befindet sich in einer Phase, die mit den 1950er Jahren der klassischen Computer vergleichbar ist.
Was später , bis heute aus den klassischen Computern geworden ist, erleben wir alle selbst hautnah (Laptop, Tablet, Smartphone usw.) und das dürfte bei den Quantencomputern nicht anders sein, sobald eine wichtige Schwelle überschritten wurde.

Rigetti Computing haben sogar 70% seit dem Hype-Hoch verloren.
Nachfolgend betrachten wir einmal die Gründe die für eine Investition in diesen Bereich sprechen und welche Gründe zur Vorsicht mahnen.
Gründe, die für ein Investment sprechen (Chancen)
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- Massiver Investitionszufluss: Allein 2025 flossen über 12 Milliarden US-Dollar in Quantum-Start-ups, was das enorme Vertrauen institutioneller Investoren zeigt.
- Erste Umsätze und Meilensteine: Quantencomputing-Unternehmen erzielen erstmals nennenswerte Umsätze (über 1 Mrd. USD weltweit). Führende Unternehmen wie IonQ steigern ihre Umsätze stark, oft durch das „Quantum-as-a-Service“-Modell via Cloud-Plattformen.
- Technologischer Wendepunkt: Experten sehen 2026 als das Jahr, in dem Quantencomputing von einem Technologieversprechen zu einer strategischen Managementfrage wird.
- Starke Performance 2026: Der S&P Kensho Global Quantum Computing Technologies Index verzeichnete Anfang 2026 deutliche Zuwächse nach einer Erholungsphase.
Gründe zur Vorsicht (Risiken)
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- Fehleranfälligkeit: Die Technologie steht noch am Anfang; aktuelle Qubits sind sehr instabil, was die Fehlerkorrektur extrem schwierig macht und ein Unternehmen bei größeren Problemen in Schwierigkeiten bringen könnte.
- Langer Anlagehorizont: Kommerziell nutzbare, universelle Quantencomputer, die echte Probleme lösen, werden oft erst für 2030 oder später erwartet.
- Hohe Volatilität: Der Sektor ist volatil. Aktienkurse können stark schwanken, da viele Unternehmen noch unprofitabel sind und viel Geld in Forschung und Entwicklung verbrennen.
- Konkurrenz und Konsolidierung: Es ist unklar, welche Technologie (Trapped Ions, supraleitende Qubits, Photonik) sich durchsetzt. Nicht alle der heutigen Start-ups werden überleben.
Was kann ein Kleinanleger tun
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- Risikobereitschaft: Nur Kapital investieren, dessen Totalverlust verschmerzbar ist. Es ist also durchaus möglich, dass hier Insolvenzen vorkommen werden.
- Langfristiger Horizont: Ein Horizont von mindestens 5–10 Jahren ist notwendig.
- Diversifikation: Meine Empfehlung wäre es, anstatt dass man auf ein einziges Startup setzt (Stock Picking), man sich über entsprechende ETF´s informiert, um dort diversifiziert einzusteigen.
- Klumpenrisiko: Allerdings muss man genau hinschauen, weil viele ETF´s oft nur geringe Anteile an Quanten-Unternehmen beinhalten und in der Hauptsache aus Tech-Werten bestehen. Da diese aber bereits in vielen Depots, sowohl als Einzelwerte, als auch als Teile von ETF´s enthalten sind, droht ein erhöhtes Klumpenrisiko. Will man gezielt in Quanten Unternehmen investieren, ist die Auswahl bei ETF´s eher gering, was aber kein Fehler sein muss.
- Stock Picking: Natürlich kann man sich auch einen Korb aus verschiedenen „Pure-Play“-Unternehmen (z.B. IonQ, Rigetti, D-Wave) zusammenstellen, was aber nur eine sehr geringe Risikostreuung darstellt.
- Etablierte Player: Investitionen in große Tech-Konzerne, die ebenfalls im Quantenbereich forschen (Google, IBM, Microsoft, Nvidia), gelten als risikoärmer als der Einstieg bei reinen Quanten-Start-ups und sind in den meisten sogenannten Quanten ETF´s führend. Aber wie gesagt, man sollte auf das persönliche Klumpenrisiko achten.
Mein Fazit
Der Einstieg 2026 oder in den nächsten Jahren kann sich durchaus lohnen, vor allem, wenn man Geduld mitbringt und die hohen Schwankungen aushalten kann. Wie ich immer sage, gehören Risiko und Rendite zusammen.
Das bedeutet: geringes Risiko, geringe Rendite möglich und hohes Risiko hohe Rendite möglich.
‼️Das ist also keine Anlage für sicherheitsorientierte Investoren‼️
Grundsätzlich würde ich als neuer Anleger in diesem Bereich dazu neigen entweder einen entsprechenden Sparplan zu starten und/oder einen Betrag zu investieren, den man über einen Zeitraum von mindestens 5 bis10 Jahren auf keinen Fall benötigt.
Ich selber habe mich für einen ETF entschieden und bin bereits investiert und liege auch bereits schön im Plus. Das heißt aber nicht, dass ich nicht vielleicht kurzfristig auch den Quanten Bereich traden werde.![]()
Natürlich gilt auch hier, so wie immer, dass ich nur bei entsprechenden Signalen einsteige und nicht blind drauf los.
Ich hoffe ich konnte eine kleine Inspiration vermitteln, sodass Du Dich für das Thema interessierst und über die eigenen Möglichkeiten nachdenkst.
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In diesem Sinne, viel Erfolg und weise Entscheidungen
JoTrader 
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